Chor des Gymnasiums Parsberg

 
Die Entstehung des Mikado
(Die Vorbereitung)

Dank des Entgegenkommens der Leiter von Knightsbridge Village wurde es tatsächlich einem japanischen Tänzer und einer Geisha gestattet, der Leitung des Savoy-Theaters zur Seite zu stehen. Sie waren eine unschätzbare Hilfe bei der Ausbildung der Darsteller. Die junge Frau erwies sich als bezaubernde und sehr fähige Lehrerin, obwohl sie nur zwei Worte Englisch sprach: “Sixpence, please“. Das war der Preis für eine Tasse Tee, den sie in Knightsbridge verkaufte. Ihr wurde die Aufgabe übertragen, den Damen japanisches Benehmen beizubringen und sie darin zu unterrichten in winzigen Schritten mit einwärts gedrehten Fußspitzen so anmutig wie möglich zu gehen, laufen oder tanzen. Außerdem zeigte sie ihnen das Spreizen und Zusammenklappen des Fächers entweder zornig, freudig oder huldigend und unterwies sie darin, dahinter zu kichern. Das Mädchen lehrte sie auch die Kunst des Make-up, das Schminken von Gesicht und Augen, sowie das Stylen der Haare. So glichen die Darsteller des Savoy schon bald bis auf das kleinste Detail den „Originalen“. Die beiden Lehrer äußerten oft den Wunsch, in ihrem Auftreten ebenso englisch werden zu können, wie ihre Schüler japanisch geworden waren. Wenn man bei den Proben zusah und beobachtete, wie allmählich eine Veränderung der Engländer zu Japanern stattfand, stellte sich einem oft die Frage, ob die Schauspieler genügend von ihrer Identität beibehalten würden um die englische Musik einzustudieren. Es zeigte sich, dass die Frauen begabtere Schüler waren als die Männer, wobei die „drei Mädchen aus der Schul’“ besonders durch ihr Talent auffielen.
Eine der bedeutendsten Besonderheiten der „Mikado“-Produktion waren die Kostüme. Die meisten Frauenkleider kamen aus dem Atelier von Messres. Liberty & Co. und waren ausschließlich aus japanischem Stoff. Die Kleidung der Männer wurde von Mr. C. Wilhelm nach japanischen Vorlagen entworfen. Aber einige der Kostüme, die von den Hauptdarstellern getragen wurden, waren antike Originale. So war zum Beispiel das der „Katisha“ ungefähr 200 Jahre alt. Die gold-bestickte Kleidung des „Mikado“ war eine authentische Nachbildung der alten Amtskleidung des japanischen Monarchen. Auch sein Gesicht wurde nach der Art der historischen Herrscher gestaltet: anstelle seiner echten (abrasierten) Augenbrauen wurden dicke falsche auf die Stirn gemalt.
Die furchteinflößenden Masken der Fahnenträger waren genaue Kopien derer, die die Leibwache des Monarchen schmückten. Sie sollten den Gegner einschüchtern. Es wurde auch eine antike Rüstung aus Japan importiert. Aber es war unmöglich sie zu benützen, da sie für Männer über 1,35 m zu klein und, so verrückt es klingt, so schwer war, dass es dem stärksten und muskulösesten der Darsteller Schwierigkeiten bereitet hätte, damit über die Bühne zu gehen.
 

Teil 3: Die Premiere

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